Update KW 49

Neues aus dem Landkreis:
· Im Moment befinden sich ca. 2.000 Flüchtlinge im Landkreis. Mit eingerechnet sind jedoch die 350 Leute in der Kaserne, die nach kurzem Aufenthalt über das Bundesgebiet verteilt werden. Bleiben 1.650 Flüchtlinge, die derzeit im Landkreis ihr Asylverfahren durchlaufen.

· Wer die Sache mit dem herzkranken Fatlind aus Marxheim mitverfolgt hat: sein Anwalt hat als letzten Hoffnungsschimmer einen Termin beim Verwaltungsgericht Mitte Dezember, wo er auf „humanitäre Gründe“ pocht. Sollte die Gesetzeslage dennoch nicht ausreichen, gibt es für die Familie neue Perspektiven abseits des Asylgesuchs durch einen neuen Gesetzesbeschluss: ab Januar 2016 soll es für Menschen aus den Balkanländern eine generelle Möglichkeit geben, mit Arbeitsvisum einreisen zu dürfen. Bis jetzt gab es diese Möglichkeit auch, aber nur für Hochqualifizierte und für Fachkräfte aus Mangelberufen. Jetzt soll es auch für alle anderen Jobs gelten. Der Vater hat in Rain einen Arbeitgeber gefunden, der ihn einstellen möchte und dies bei der Ausländerbehörde eingereicht. Falls Asyl also nicht klappt, gibt es eine realistische Chance, dass die Familie im neuen Jahr mit Arbeitsvisum legal nach Deutschland einreisen darf.

· In Kaisheim sollen im neuen Jahr katholische Taufen für zwei nigerianische Babys (im Moment 7 Monate und 10 Monate alt) statt finden. Den beiden Müttern ist die Taufe ihrer Kinder ein großes Anliegen. Es war nicht ganz einfach, die dafür benötigten Bescheinigungen und Genehmigungen zu bekommen, aber mit Hilfe der afrikanischen Kirchengemeinde Augsburg ist dies gelungen und nun geht es an die Vorbereitungen (Taufgespräche, etc.) Der Kaisheimer Pfarrer stellt für die Taufe das Münster in Kaisheim zur Verfügung. Hier der Aufruf: wer hat ebenfalls Schützlinge, die Interesse an einer katholischen Taufe haben? Diese hätten die Möglichkeit, sich gerne noch anzuschließen! Kontakt: Sigrid Lausch, Email: josef.lausch@freenet.de

· In Nordheim hat eine Veranstaltung des Hörgeschädigtenvereins stattgefunden, bei der 6 Flüchtlinge aus dem arabischen Raum von ihrer Flucht und ihrer Geschichte erzählt haben. Übersetzt wurde mit Gebärdensprache. Die Besucher der Veranstaltung waren sehr beeindruckt.

Neue feste Unterkünfte entstehen demnächst in:

· Seit einem dreiviertel Jahr schon wird es diskutiert, verworfen und wieder aufgegriffen und jetzt ist es soweit: in der Donauwörther Promenade dürfen demnächst 19 Flüchtlinge einziehen.

· Als vierte Turnhalle ist nun Megesheim als Notunterkunft an der Reihe, da dem Landkreis weiterhin mehr Flüchtlinge zugeteilt werden, als untergebracht werden können. Die Turnhalle Tapfheim ist dafür wieder frei gegeben, nachdem dort anderweitige Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden konnten.

…und noch ein paar neue Zahlen:

· Im Moment geht die Zahl der Flüchtlinge, die die österreichisch-bayrische Grenze passieren, zurück. Anstatt durchschnittlichen 7000 / Tag sind es seit einer Woche ca. 2000/ Tag. Die Behörden glauben jedoch nur an eine „vorübergehende Entlastung“.

· Zwischen Bodrum (Türkei) und Kos (Griechenland) liegen nur wenige Kilometer Mittelmeer. Seit Januar 2015 haben mehr als 870.000 Menschen mit einem bezahlten Schleuser-Boot diese Strecke auf sich genommen.

· 3.563 ertrunkene Menschen, ein Drittel davon Kinder, wurden zwischen Januar und 1. Dezember 2015 registriert. Jetzt im Winter ist das Mittelmeer sehr rau und widerspenstig, wer sich jetzt auf diesen Weg macht, geht ein besonders hohes Risiko ein. Vermutlich gehen aus diesem Grund die Flüchtlingszahlen im Moment etwas zurück.

Quelle, wie immer; Birgit Kögl, Diakonie Donau-Ries